Wertschätzende Kommunikation mit Kindern – ein Tipp für bessere Gespräche im Alltag

Kennt Ihr das? Immer wenn ich meinen Sohn vom Kindergarten abhole und ihn frage, wir es im Kindergarten war erhalte ich als Antwort: „Gut.“ Und auf die Frage was er gemacht hat: „Gespielt.“ Mehr ist in der Regel nicht aus ihm heraus zu bekommen. Das finde ich immer sehr schade und es ist irgendwie für beide Seiten auch nicht sehr befriedigend. Ich habe das Gefühl, als ob ich meinen Sohn einem Verhör unterziehe und ihm mit meinen Fragen langweile. Und mein Sohn hat bei solchen Fragen bestimmt das Gefühl, dass ich mich nicht wirklich für seine Erlebnisse interessiere. Dabei möchte ich genau das nicht. Im Gegenteil – ich möchte meinem Sohn meine Aufmerksamkeit schenken und wertschätzend mit ihm kommunizieren. Außerdem möchte ich zumindest ein Stück weit an dem Teil seines Lebens teilnehmen, bei dem ich nicht anwesend bin.

Aus diesen Gründen habe ich mir überlegt wie ich eine bessere, wertschätzendere Kommunikation bei (meinen) Kindern umsetzen kann.  Kurz vor den Ferien habe ich deshalb beschlossen, eine andere „Fragetaktik“ zu versuchen, nämlich offene Fragen. Also Fragen, auf die mein Sohn  nicht nur mit „Ja“ oder „Nein“ antworten kann. Statt: „Hattest Du heute Spaß im Kindergarten?“ habe ich zum Beispiel gefragt: „Was hat Dir heute besonders viel Spaß im Kindergarten gemacht?“.

Hier sind noch ein paar weitere Beispiele für Fragen, die Ihr Euren Kindern stellen könnt um mehr als ein „Ja“ oder „Nein“ als Antwort zu erhalten:

Was ist das Schönste / Tollste / Beste was heute passiert ist?

Welches Spiel spielst Du am liebsten alleine / mit den anderen Kindern?

Was ist das Schlimmste was heute passiert ist?

Was hat Dir am meisten / am wenigsten Spaß gemacht?

Wo ist Dein aktueller Lieblingsplatz im Kindergarten?

Was war heute ganz besonders Lustig?

Mit welchem Spielzeug hast Du heute am meisten gespielt?

Was war heute nicht so schön im Kindergarten?

Natürlich frage ich nicht alle Fragen auf einmal sondern immer nur eine oder maximal zwei. Das Ganze soll ja wie gesagt nicht in einem Verhör enden und ich finde es auch wichtig, dass meine Kinder Ihre eigenen Geheimnisse haben.  Und die wirklich wichtigen Dinge erzählt mir mein Sohn meistens Abends beim zu Bett gehen oder ein paar Tage später ganz beiläufig.

Aber ich muss sagen, dass ich überrascht war, wieviel (natürlich auch im Vergleich zu vorher) mein Sohn plötzlich erzählt hat. Durch die Fragen und die sich daraus ergebenden Antworten haben sich richtig schöne Gespräche entwickelt. Außerdem habe ich so einen guten Eindruck davon bekommen ob der Tag eher gut oder nicht so gut verlaufen ist.

Nach den Ferien werde ich das „Experiment“ fort führen und ich muss sagen, ich bin schon gespannt welche Geschichten ich erzählt bekomme.

Die Fragen sind natürlich beliebig erweiter- und ergänzbar. Gerne könnt Ihr mir noch Fragen mitteilen oder mir berichten wie Ihr das mit Euren Kindern handhabt.

Ich wünsche Euch ganz viel Spaß beim Ausprobieren und dass Ihr viele neue Geschichten aus dem Kindergarten erfahrt.

Lieben Gruß

Inken

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